Urlaub - Südafrika

Inhalt:
Anreise und erste Eindrücke
Unterkünfte
Essen und Trinken
Wetter und Landschaft
Resümee
Reise nach Südafrika 18.- 30. März 2003

Anreise und erste Eindrücke

Unsere Reise begann mit einem Flug mit der South African Airways von Frankfurt nach Johannesburg in einem nagelneuen Airbus. Hier sorgten nettes Personal und ein Touchscreen-Fernseher je Sitz (auch in der Touristenklasse!) mit Außenkamera, einer Auswahl von Videofilmen (englischer Ton) und PC-Spielen für Unterhaltung während des doch recht langen Fluges (11 Stunden).

In Johannesburg hatten wir 3 Stunden Aufenthalt die sehr schnell vergingen, denn wir haben bei ca. 24°C und Sonnenschein erste positive Eindrücke von Südafrika gewonnen. Jo'burg International ist ein neuer, blitzsauberer, gut organisierter Flughafen. Für den Weiterflug nach George hat man uns aus unerklärlichen Gründen in die Business Class upgegradet - damit hatten wir mehr Beinfreiheit und schon mal einen Sekt vorneweg - war okay!

Das Wetter in George war dann schon etwas kühler - und für die Jahreszeit wohl zu kühl. So richtig afrikanisches Flair kam dort also nicht mehr auf. Zumal wir beim Anflug schon ziemlich europäischen Vegetation (Wiesen und Weiden) gesehen hatten.

In den beiden Wochen sind wir von George nach Westen über kleine Umwege in Richtung Kapstadt gefahren, wo die Tour endete. Die Unterkünfte liegen also alle in dieser Ecke der Western Cape Region.

Unterkünfte

Erst mal ein Wort vorneweg: Wir können natürlich nur das sicher beschreiben, was wir gesehen haben. Allerdings weisen sowohl die Reiseberichte von Bekannten als auch Reiseführer aller Art darauf hin, daß wir durchaus repräsentative Erfahrungen gemacht haben.

Was als erstes zu bemerken wäre, ist die grundsätzlich andere Art der Behandlung in den Unterkünften als in Europa. Während man in Europa in Pensionen als "Gast" aufgenommen wird, gehört man in einer Gästelodge in Südafrika schon eher so ein bißchen zum "privaten Freundeskreis". Nicht daß man Angst haben muß, beim Abwaschen aushelfen zu müssen! Nein, aber das Verhältnis von Gastgeber zu Gast ist einfach persönlicher und lockerer.

Lily Pond ist eine kleine, aber feine Lodge mit 6 Doppelzimmern, die wir sehr empfehlen können. Von außen sehen die Gebäude eher wie ein mexikanisches Pueblo aus, die Einrichtung ist aber schon afrikanisch im Design, alles in Erdfarben gehalten, schlicht, und sehr stilvoll. Hinter den Gästezimmern befindet sich ein schön angelegter Seerosenteich, der auch Namansgeber der Lodge ist (Seerose = Lily , Teich = Pond) mit einem weitläufigen Garten. Die Besitzer Niels und Margret, ein Ehepaar aus Holland, erweisen sich als sehr angenehme Menschen, die auch noch hervorragenden Service und eine ausgezeichnete Küche bieten, wie wir nach dem abendlichen Essen einvernehmlich konstatieren konnten.

Sollte man mehr als eine Nacht dort verbringen, so empfiehlt es sich, ein Abendessen bei Kurland, einem alten Gut mit stilvoller Einrichtung und perfekem Essen, einzuplanen - Niels und Margret erklären Euch, wie man da hinkommt, es ist nicht weit von Lily Pond entfernt.

Lindsay Castle

In der Bucht Noetzie Bay stehen einige kleine Burgen, die in den vergangenen 30-40 Jahren erbaut wurden, aber aussehen, als seien sie aus dem 17. oder 18. Jahrhundert.

Man erreicht das "Lindsay Castle" nur zu Fuß über den Strand, denn mittlerweile ist es in Südafrika verboten, mit Pkw am Strand zu fahren (es gab wohl zu viele Verrückte, die sich am Strand mehr oder weniger gefährliche Rennen lieferten). Die Einrichtung der Miniburg ist recht rustikal, auf den Zimmern gibt es zum Beispiel keine 220V-Versorgung und das Badezimmer ist auch recht schlicht gehalten gewesen - eine Dusche sowie eine Tür zum Bad suchten wir vergebens.

Das bewirtschaftende Ehepaar ist sehr nett und die Dame des Hauses kann mit ihren Kochkünsten durchaus überzeugen. Wir hatten sogar den Besitzer Don Lindsay kennengelernt, der als ehemaliger Großwildjäger das ein oder andere Schmuckstück in die Burg einbrachte, nun aber nur noch selten in der Burg weilt.

Wer ein Fable für romantische Flecken hat, der sollte diese Übernachtungsmöglichkeit unbedingt besuchen - ein traumhafter Blick auf's Meer, und natürlich tagsüber wie nachts das Tosen desselben im Ohr. Wer mehr Wert auf Komfort legt, der kann sich das Schloß mal bei Tage anschauen, sollte aber dann zur Nachtunterkunft etwas anderes suchen.

Die sogenannten Straußenbarone von Klein Karoo haben Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts mit dem Verkauf von Straußenfedern ziemlich viel Geld verdient. So bauten sie sich großzügige Häuser die wirklich sehr repräsentativ wirken. Eines dieser Häuser (das letzte?) ist Fosters Manor, das nun als Hotel dient. Die Atmosphäre war folglich weniger familiär sondern eher so, wie wir das in Europa gewöhnt sind - sachlich und aufmerksam.

Wir hatten ein Schlafzimmer von etwa 45qm Größe und die Wände waren 3,50m hoch - soviel zum Thema großzügiges Bauen ;-). Zu Abend haben wir dort nicht gegessen, das Frühstück am Morgen war allerdings sehr vielfältig und so vermuten wir, daß auch das Abendessen durchaus gut ist.

Wer mal ganz was anderes sucht, der sollte hier Station machen.

In einem Naturreservat wird man am Fuße eines Berges von einem Auto abgeholt und in den Wald hinauf gefahren. Völlig versteckt liegen hier ein gutes Dutzend Hütten: "Tree Suites". Richtige Baumhäuser sind das zwar nicht, aber aufgrund der Hanglage steht jedes Häuschen auf Pfählen. Die Hütten sind gut ausgestattet - der Knüller ist aber das Badezimmer. Dank der Bauweise sitzt man in einer Eckbadewanne unter einem Glasdach quasi "mitten im Wald"!

Die Eigner haben es sich zum Ziel gesetzt, ihre ganzen Aktivitäten okölogisch zu gestalten. Das fängt bei der Bauweise der Hütten an, geht über die Herkunft und Zubereitung der ausgezeichneten Speisen und Getränke weiter und hört auch bei der Kleidung der Kellner nicht auf.

Phantom Forest ist mit Sicherheit eine der teuersten Unterkünfte, in denen wir gewohnt haben, ist aber auf jeden Fall eine außergewöhnlich schöne "Herberge" - wenngleich die Professionalität des Teams dem Gefühl der persönlichen Betreuung eher abträglich war. Wer in der Nähe von Knysna eine Unterkunft sucht, sollte auf jeden Fall Phantom Forest in die engere Wahl nehmen. Ach ja, es steht explizit in der Beschreibung, daß Kinder (erst!) ab 12 Jahren willkommen sind. Wer Ruhe sucht, wird sie also dort finden ;-).

Hilltop Lodge

Die Hilltop Lodge ist ein Gästehaus im eher klassischen englischen Stil. Ein grandioser Ausblick ("Hill-Top"!) über das Land und das Meer bietet sich an diesem hohen Punkt. Die Bewirtschafter bieten nur Bed&Breakfast an, zum Abendessen muß man sich dann in George was suchen - was aber kein Problem darstellt.

Eine grundsolide Unterkunft, die einfach nur angenehm ist und als ruhender Pol zwischen verschiedenen Highlights ganz gut zum Sammeln ist.

Direkt am südlichsten Punkt Afrikas, am "Treffpunkt" des Atlantiks mit dem Indischen Ozean findet man dieses Gästehaus, das auf den ersten Blick zwar wie eine Burg wirkt, aber von der Aussstattung der Zimmer perfekten Standard bietet. Das Essen und die Getränke sind auf höchstem Niveau - man kann dann nach dem Essen im Raucherzimmer den Abend bei geistigen Getränken und Tabakwaren ausklingen lassen.

Auch hier merkt man den professionellen Hotelbetrieb - man kann sich wirklich verwöhnen lassen und in der "belüfteten" Badewanne seine geschundenen Knochen pflegen - natürlich ist aber auch noch eine Dusche im Badezimmer vorhanden.

Von Hause aus haben wir ja eher eine Abneigung gegen das Zelten. Nun ist aber Zelten nicht gleich Zelten! Dieses Zeltcamp zeichnet sich dadurch aus, daß die 20qm großen Zelte auf betonierten Fundamenten ruhen, jedes Zelt seine eigene Toilette, seine eigene Dusche (mit eigener Gastherme) und ein eigenes Waschbecken besitzt.

Das Camp mit seinen 4 Zelten für je 2 Personen befindet sich an einem Waldrand etwa eine halbe Autostunde von Kapstand entfernt in traumhaft einsamer Lage an einem kleinen See. Im Hauptzelt befindet sich eine komplette Küche mit Herd, Eisschrank und Mikrowellenherd. Selbstredend ist auch ein Grill auf dem Grundstück vorhanden. Wir hatten das große Glück, daß wir nicht selber kochen mußten, sondern daß Lydia und Hugh das Catering betrieben. Die zwei Caterer aus Kapstadt sind ein eingespieltes Team, die uns sehr professionell aber auch sehr warmherzig um uns gekümmert haben.

Wer mit einer kleinen Gruppe (6-8 Personen) in der Nähe von Kapstadt eine Unterkunft sucht, der sollte unbedingt dieses Zeltcamp besuchen!

Wer es nicht mit eigenen Augen gesehen hat, der kann es kaum glauben!

Eine Villa in nüchternem klaren Design - die Ausstattung komplett in zartem Beige gehalten, die Betreuung in bestem Sinne vornehm! Hier dürften sich eigentlich nur Hochzeitsreisende einmieten! Die modernen, perfekt gepflegten Zimmer, der Blick über den Pool auf's Meer . . . hier paßt wirklich alles zusammen.

Die "Location" wird auch gerne mal als Kulisse für Werbefotos genommen - und wer hier war, der weiß, warum sich dieses Haus nicht "Lodge" sondern "Suites" nennt.

Mehr kann kann man eigentlich nicht dazu sagen, schaut Euch die Homepage an, die Bilder sind wirklich nicht übertrieben.

Essen und Trinken

Mal wieder vorneweg bemerkt: es fällt extrem schwer, in Südafrika nicht zuzunehmen.

Die Küche ist durchgängig europäisch - man ißt das, was auch in Europa angeboten wird. Manchmal findet man ein paar "echt afrikanische" Zutaten - aber auch diese sind dann recht konventionell zubereitet. In den Lodges wird in der Regel nach Art des Hauses gekocht - das heißt vor allem "nach Art der Hausherrin" und damit bekommt man ein leckeres reichliches und liebevoll zubereitetes Essen. Es macht Spaß, sich immmer wieder auf einen anderen Stil "einzuschmecken", und diese persönliche Note der Hausherrin zeigt sich gleichermaßen beim Frühstück, wie beim Abendessen.

Ein besonderes Erlebnis soll hier noch erwähnt werden. An dem letzten Abend in Kapstadt waren wir in dem Restaurant "Summerville", bei dem die Speisekarte nur aus Vorspeisen und Salaten bestand. Das Hauptgericht - also Fisch und Fleisch - suchte man sich an einer Fisch- und Fleischtheke aus.

Wenn man soweit war, das Hauptgericht zu bestellen, ging der "Tisch" mit dem "persönlichen" Ober an diese Theke. Dort erläuterte der Ober sehr kompetent, welche Fleisch- bzw. Fischsorten vorrätig waren, wie sie zubereitet würden und wie in etwa sie schmecken würden. Bei der Menge an verschiedenen Fischen war das schon ein längerer Vortrag. Dann konnte sich jeder die Sorten aussuchen und nach etwa einer halben Stunde kam dann das Bestellte so zubereitet, wie man es in Auftrag gegeben hatte.

Diese Form des Essens war zwar anfänglich etwas ungewohnt und für den ein oder anderen vielleicht ein wenig erschreckend (rohes Fleisch und toten Fisch aussuchen!) aber im Grunde wußte man doch so, was einen erwartete. Eine Idee, die vielleicht auch eines Tages hier Freunde finden könnte!

Wer aber glaubt, er würde nur ob des opulenten und leckeren Essens zunehmen - der irrt!

Südafrika ist in der Welt bekannt als Produzent hervorragender Weiß- und Rotweine. Sowohl die Franzosen als auch die Deutschen Einwanderer haben ihre Weinbaukenntnisse eingebracht und Südafrika ist seit Jahrzehnten in der Welt zur Recht als Weinbaunation anerkannt.

Wir wissen nicht, wie die Biere in Südafrika schmecken, denn sowohl Vielfalt als auch Qualität der Weine haben uns immer wieder dazu verführt, jeden Abend neue Varianten der berühmten "guten Tropfen" zu verkosten. Es wäre nicht fair, wenn wir einige Weingüter herausheben würden, doch zwei Empfehlungen wollen wir doch los werden. Zum einen ist das der Sekt der Marke "Pongracz" und zum anderen der Grappa von "Meerlust". Und wie gesagt - die Weine müßt Ihr schon selber durchprobieren.

Die Weine, Sekte und Grappe sind in Südafrika durchaus erschwinglich - für umgerechnet 10 Euro pro Flasche Wein bekommt man durchaus gute Qualität im Restaurant serviert. Eine Schande, wenn man sieht, wieviel mehr man hier in Deutschland für vergleichbare Qualität bezahlen muß.

Wetter und Landschaft

Klimatisch ist der Bereich Western Cape nicht sonderlich anders als im südlichen Mitteleuropa. Ein bißchen wärmer natürlich und wenn wir Winter haben, ist dort unten natürlich Sommer. Das hat zur Folge, daß auch die Landschaft reichlich grün und sehr fruchtbar ist. Kommt man vom Küstenstreifen weiter nach Norden, dann wird es schon ein wenig trockener. Wir haben - von 3 Tagen mal abgesehen - "ordentliches" Wetter gehabt, die Temperaturen lagen Ende März so um die 25°C. Allzu schwül ist es auch nicht, und so kann man sich ganz wohl fühlen.

Die Landschaft ist abwechslungsreich, es gibt sowohl Ebenen als auch Berge, leichte Hügel und Parklandschaften - aber auch etwas weniger bewachsene Gebiete finden sich. Da sollte also für jeden Geschmack etwas dabei sein.

Resümee

Wir waren auf einer komplett organisierten Tour unterwegs und konnten so den Komfort genießen, uns nicht um Unterkünfte und Restaurants kümmern zu müssen. Im Nachhinein müssen wir allerdings sagen, daß dies keine richtige Mühe gewesen wäre, denn Südafrika ist in dieser Gegend (Garden Route und Kapstadt) kein "wildes" Land sondern sehr gut organisiert. Man kann also ohne Problem von zu Hause aus eine Tour zusammenstellen und sich mit dem Mietwagen oder dem Mietmotorrad ein paar schöne Tage machen.

Die Tour, die wir gebucht hatten, lief unter dem Motto "OffRoad fahren im 4x4 und auf Enduros". Was die Streckenführung angeht, waren wir vor allem von der ersten Woche im 4x4 enttäuscht, denn eigentlich haben wir die 4x4s nur einen Tag lang auf den alten Voortrekker Routen so richtig benutzt. Für die Motorräder gilt das selbe: In der Kapregion gibt es wunderschöne Motorradstrecken entlang der Berge, die aber alle asphaltiert sind. Wer OffRoad fahren will, muss immer von den großen Straßen abbiegen und dann findet man sandige oder staubige Pisten.

Für die Straßen gilt im Allgemeinen, dass Beschilderung ebenso wie Straßenzustand sehr gut waren. Verleiher von Autos ("normale" Fahrzeuge ebenso wie Geländewagen) haben wir reichlich gesehen. Die Motorräder waren in Kapstadt von Motoberlin geliehen. Auch dieser Laden sah sehr Vertrauen erweckend aus. Bei der Übernahme waren die Motorräder (F 650) einwandfrei in Schuss und während der 1100 km waren Kleinigkeiten, aber nichts wirklich schlimmes zu bemängeln.

Auch was die Sicherheit von Weißen im allgemeinen und Touristen im besonderen angeht, braucht man in dieser Region keine Befürchtungen zu haben. Es ist mit Sicherheit nicht gefährlicher als in jeder europäischen Großstadt. Dem Vernehmen nach sieht es da in Johannesburg schon ein wenig anders aus. Die Kapregion läßt ich jedoch problemslos bereisen, die Menschen sind hilfsbereit und freundlich und ein wenig billiger als in Europa kommt man zumindest an sein Essen und an seine Getränke.

Wir werden in ein paar Jahren sicher nochmal in die Gegend kommen. Da das Klima insgesamt sehr angenehm ist, bietet die Region auch als Altersruhesitz - zumindest während der Wintermonate in Europa - einiges und ist, wenn man es geschickt anstellt, nicht teurer als irgendeine Insel im Mittelmeer.

Wer aber so richtig "Afrika" erleben will, der sollte sich eine andere Ecke suchen - wir werden sicher nochmal einen Abstecher in die "richtige Wildnis" machen.

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