Urlaub - Malediven

Inhalt:
Anreise und erste Eindrücke
Insel Helengeli
Tauchen
Freizeitgestaltung
Essen
Resümee

Reise zur Malediveninsel Helengeli , 15.-28. Dezember 2000

Anreise und erste Eindrücke

An einem nieseligen kühlen Dezemberabend stiegen wir ins Flugzeug. Der Flug über Nacht war angenehm, wenn man davon absieht, daß erstens 9 Stunden Flugzeit eigentlich gar nicht angenehm sein können und zweitens die LTU-Besatzung die Einreisekarten zum Ausfüllen nicht vor dem Essen (etwa 2 Stunden nach dem Start) sondern nach dem Essen, als sich schon die Hälfte der Passagiere zur Nachtruhe vorbereitet hatten, verteilten.

Nun denn, als der Morgen dämmerte, waren wir schon über Oman und dann dauerte es nicht mehr sehr lange, bis wir die ersten grünen Tupfen im Meer sehen konnten. Es ist wirklich eine Laune der Natur! Von oben sehen die Inseln wirklich so aus, als hätte ein Riese seinen türkisfarbenen Pinsel über dem Ozean ausgeschüttelt - Waaahhhhnsinn!

Wir kamen rasch der Hauptinsel Male näher und der Anflug auf den Flughafen Hulule ist ein Erlebnis, weil man rundum nur Wasser sieht und nicht die leiseste Ahnung hat, wo um alles in der Welt der Pilot denn da zu landen versucht. Die Flughafeninsel ist gerade so lang wie eine 10.000ft-Landebahn und nur wenig breiter. Auf der einen Seite der Landebahn liegt das Terminal, auf der anderen Seite die Airtaxis mit ihrem "Terminal".

Das Verlassen des Flugzeuges über eine Gangway vermittelt einem sofort einen Eindruck, wie hier das Wetter ist: sonnig, 28°C warm und etwa 80% luftfeucht. Die Maledivianer lieben die Klimaanlagen und so hat es im Terminal bei den Einreiseformalitäten wieder erfrischende 23°C. Nun ja, beim Transfer zum Airtaxi im vollbesetzten Kleinbus hatte es dann wieder über 30° und so wird der Kreislauf nachem einem langen Flug wieder so richtig in Schwung gebracht. Die Airtaxis fliegen recht häufig und so mußten wir nur ungefähr 40min im etwas zu gut durchlüfteten Airtaxi-Terminal warten - Achtung Zugluft!

Der Flug zu "unserer" Ferieninsel Helengeli ist ebenfalls bemerkenswert gewesen, denn da das Airtaxi (DHC-6, Twin Otter-Wasserflugzeug) sehr niedrig fliegt (150-300m über dem Meeresspiegel) hat man einen tollen Blick über die Inselwelt bis ins Meer hinein!

Helengeli

Von der Plattform außerhalb der Insel wurden wir mit einem Schnellboot abgeholt, denn das Airtaxi kann nicht über das flache Hausriff an den Strand fahren - zumindest nicht bei Helengeli, bei Summer Island setzte das Flugzeug rückwärts bis auf den Strand.

Helengeli ist etwa 900m lang und maximal 90m breit, wobei der touristische Bereich etwa 500 x 90m, umfaßt. Im Westen ist der Anleger und von dort zieht sich bis etwa zur Mitte der Insel die "Hauptstraße". Entlang dieses Sandweges liegen links und rechts die Doppelbungalows (25 Stück), alle mit Klimaanlage, Terrasse und Meerblick und nach oben halboffenem - also landestypischen - Badezimmer - gewöhnungbedürftig aber nach zwei Tagen sehr angenehm wegen der guten Durchlüftung.

In der Mitte der Insel liegen Bar und Restaurant sowie ein Shop und am Ende des "offiziellen Bereiches" die Tauchbasis. Alles ist sehr ordentlich und sauber, die Insel wird täglich von herabfallendem Laub und ähnlichem gesäubert - auch der Bereich zwischen den Bungalows und dem Strand wird täglich "gefegt" - das klingt zwar zunächst übertrieben, ist es aber durchaus nicht!

Im hinteren, östlichen Bereich der Insel liegt der "Staff-Bereich", in dem die etwa 75 Personen leben, die die maximal 100 Touristen versorgen. Daß 100 Touristen auf der Insel sind, bemerkt man nur, wenn zum Abendessen tatsächlich alle mal gleichzeitig anwesend sind. Tagsüber verläuft - oder "vertaucht" - sich die Menge so, daß man nie mehr als 5 Touristen gleichzeitig sieht.

Tauchen

Die Insel besitzt eine Tauchbasis von Ocean Pro unter schweizer Leitung. Die Sprachen dort sind deutsch, schwyzerdütsch und englisch. Aber auch französich wird gesprochen. Die Erläuterungen zu jedem der 36 Tauchplätze (Karte in neuem Fenster) sind ebenfalls in deutsch, englisch und französisch vorhanden. Der Tauchbetrieb ist perfekt organisiert - sozusagen wie ein schweizer Uhrwerk. Jeder Taucher hat während der ganzen Zeit seinen Platz, wo er eigenes oder geliehenes Equipment ordentlich aufhängen kann. Zweimal pro Tag werden Bootstouren (immer verschiedene Ziele) angeboten, zu denen man sich am Vorabend eintragen sollte - abmelden kann man sich dann noch bis 1 Stunde vor Abfahrt des Bootes.

Das mit dem Abmelden ist auch gut so, denn viele Taucher haben wegen einer leichten Erkältung (Zugluft!) mal Schwierigkeiten mit dem Druckausgleich über die Ohrtrompete gehabt. Also aufgepaßt,Ohrenschützer und ggf. Ohrentropfen mitnehmen! Uns hat die Zugluft jeweils einen tauchfreien Tag beschert. Die maledivianischen Dhoni-Besatzungen bringen dann den ganzen Krempel (Flaschen, Jacket, Anzug, Flossen) aufs Boot, man muß nur 10 Minuten vor der Abfahrt des Bootes am Steg sein und seine Ausrüstung kontrollieren - manchmal bauen sie auch schon die Ausrüstung zusammen (Jacket an die Flasche, 1. Stufe anschließen).

Die Boote fahren die Tauchplätze innerhalb etwa 10-50 Minuten an. Während dieser Zeit gibts eine Erläuterung zu dem Tauchplatz in den entsprechenden Sprachen der Taucher. Dann prüft der Tauchguide durch "eigenflossiges" Abtauchen die Strömungsverhältnisse am Tauchplatz. Erst jetzt geht's runter ins Aquarium. Auch wenn mal starke Strömung ist, braucht man sich keine Sorgen zu machen, daß man nach Afrika (bei Nordost-Monsun) oder Indien (Südwest-Monsun) treibt, da die Dhonis, die nicht ankern oder an einer Boje festmachen, einen immer wieder auflesen wenn mal abtreibt. Die Boote fassen maximal 16 Taucher und an den Tauchplätzen waren wir immer das einzige Boot!

Zwar ist die Korallenbleiche nicht spurlos an den Malediven vorübergegangen, doch die Riffe beginnen, sich zu erholen. Fische aller Arten, Weichkorallen, Nacktschnecken und ähnliches (sorry, ich kenn' mich da noch nicht so aus) gibts aber reichlich. An den etwas exponierteren Stellen am Außenriff braucht man nicht allzuviel Glück um auch mal kleineren Haien zu begegnen. Die Begegnung ist in der Regel aber nur von kurzer Dauer, da die Haie sehr scheu sind. Außer Haien haben wir an größerem "Getier" noch Schildkröten, Napoleonfische, Barrakudas, Delphine (nur über Wasser), Rochen, Barsche und auch Octopusse gesehen. Mantas und Walhaie waren nicht da, da derzeit keine Saison an dieser Riffseite ist - nächstes Mal fahren wir in der Mantasaison!
Wer sich nicht mit Pressluft und Blei belasten will oder kann, der kann auch manche schöne Stunde schnorchelnd am Hausriff verbringen. Mit zwei Einmalkameras (Fuji, Agfa) haben wir versucht, ein paar Eindrücke festzuhalten. Auch Flaschentauchen ist am Hausriff möglich, die sechs Einstiege sind problemlos zu erreichen und bei Strömung kann man sich von Einstieg zu Einstieg am Riff vorbeischieben lassen. Nur ein- und austauchen muß man noch selber!

Die Leute von der Tauchbasis (Ole, Neki, Patrik, Uwe und Marc) waren immer sehr freundlich und hilfsbereit und haben sich gut auf die Vorlieben und Fähigkeiten der einzelnen Taucher eingestellt. Die Basis ist uneingeschränkt weiterzuempfehlen. Man sollte allerdings mehr als einen VDTL-Grundschein besitzen, der wird nämlich nicht anerkannt (PADI-Basis). Auch PADI-Tauchkurse werden angeboten, sowie Nachttauchen und Haitauchen.

Freizeitgestaltung

Auch wer nur Strand- und Badeurlaub machen möchte, wird auf Helengeli glücklich. Drei Viertel des Umfangs der Insel sind mit weißem Korallensand umsäumt, das Wasser ist maledivisch türkisfarben und sauber, die Strände werden regelmäßig gereinigt. Je nach Notwendigkeit werden auch die Stechinsekten mit einem biologisch abbaubaren Gift bekämpft.
Zur weiteren Freizeitgestaltung bietet sich ein Beachvolleyball-Platz (wir haben nie gesehen, daß da jemand gespielt hätte), eine Tischtennisplatte und ein paar Brettspiele sowie jede Menge Bücher an. In der "Bar" kann man ab 9.00 Uhr morgens von Kaffe und Tee über alkoholfreie Drinks (die Malediven sind ein islamisches Land!), alkoholhaltige Drinks sowie Wein und Bier alles bekommen, was man unter äquatorialer Sonne vertragen kann. Da das Klima feuchtwarm ist, sollte man pro Tag so 1-2 Liter alkoholfreie Getränke (zusätzlich zu Kaffee und Tee) zu sich nehmen, da man sonst unmerklich ausdörrt - Übelkeit und Kopfschmerzen wären die Folgen!

Essen

Das Frühstück bietet neben Toast, Müsli, Marmeladen und Käse auch nach Wunsch zubereitete Spiegel- und Rühreier mit allerlei Köstlichkeiten. Wurst ist eher ein Problem, Schweinefleisch gibt's überhaupt nicht (ich sagte es schon: die Malediven sind ein islamisches Land!) und Salami haben wir dort gar nicht gesehen. Mittags und abends gibt es warmes Essen, entweder als "Sit Down Menu" oder als Buffet. Meist bestehen die Speisen aus Fisch, Hühnchen und auch Rindfleisch, mehrere Salate stehen zur Auswahl und als Beilagen gibt es "europäische" Gemüse sowie Kartoffeln, Reis und Nudeln. Das Essen ist zwar nicht schlecht, aber man darf nicht zu viel erwarten, da alle Lebensmittel ja extra auf die Insel geschafft werden. Das Brot wird übrigens dort frisch gebacken und ist sehr lecker!

Resümee

Die Insel ist uneingeschränkt weiterzuempfehlen, ein Traum mitten im Ozean. Wir haben 2 Wochen keine Schuhe und kein Sweatshirt gebraucht, nur nachts war's manchmal doch ein bisserl warm, da die Nachttemperaturen nur unwesentlich unter den Tagestemperaturen lagen. Die Unterwasserwelt ist grandios, man glaubt, man taucht im Aquarium. Die Fische muß man nicht suchen, man schwimmt auf Tuchfühlung mit ihnen. Das Wasser ist herrlich warm (29°C) und klar, wir hatten teilweise Sichten von über 50m unter Wasser - einfach perfekt! Nur ein kleiner Wermutstropfen bleibt: Berechnungsbasis ist der US-Dollar und bei dem gegenwärtigen Dollarkurs ist es doch ein teuerer Spaß!

Helengeli
Ausblick
Abendstimmung
Hausriff
Impressionen
abends
Weihnachten
Einsiedlerkrebs
Airterminal
Gelbschwanzdrückerfisch
Karettschildkröte
Halsbandfalterfisch
Muschel
Jutta
Süßlippen
Seestern
Füseliere
Drücker
Doktorfisch
Drücker
Falterfisch
 
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